Tansatlantik 3 (Recife)

Kurz vor dem Sonnenuntergang verliessen wir die malerische Ankerbucht, setzten Gross und Genua, um mit dem dem beständigen Südostpassat an das brasilianische Festland zu segeln.

 

 

Am zweiten Tag fliegt ein Flugzeug vom Festland her in einem weiten Bogen um uns herum und wir werden am Funk aufgerufen als Sailingboat. Er fragt uns nach Schiffsname,MMSI-Nr, Callsign, last und next Port. Es ist die Küstenwache, welche offensichtlich Schiffe kontrolliert und uns auch mitteilt, dass das AIS nicht sendet.

Der gute Wind beschenkte uns mit einem Etmal von 154 nm, sodass wir am Mittwochabend nach 48 Std., 2 h vor Hochwasser in den grossen Hafen von Recife einliefen. Dani hatte telefonischen Kontakt mit einer Sekretärin vom Cabanga Yacht Club, um uns anzumelden und die Uhrzeit und den Tidenstand abzugleichen. Wegen einer Stunde Zeitverschiebung von Noronha, resp. UTC Bordzeit -3 h waren wir überpünktlich beim vereinbarten Treffpunkt und konnten aber über Funk niemanden erreichen. Die Sekretärin nahm schliesslich das Telefon von Dani entgegen und schickte ein Schlauchboot um uns abzuholen/ vorzufahren. Inzwischen wurde es schon dunkel (18 Uhr Lokalzeit) und es war offensichtlich Rushhour auf den mehrspurigen Uferstrassen und zahlreichen Brücken denen wir entlangfuhren. Einer der beiden Männer im Schlauchboot zeigte uns die unbefeuerten Pfähle, welche den Kanal, resp. das Fahrwasser begrenzten. Wir hatten nur auf der I-Pad Karte die Details mit Tiefenangaben, die Karte vom Plotter zeigte nur das befestigte Ufer und im Küstenhandbuch hat es auch nichts genaues. Das Echolot hielten wir ständig im Auge, sowie das vorfahrende Schlauchboot.   

Der nette Brasilianer vom Nachbarschiff heisst Gustavo und lebt mit Paloma, seiner Frau und dem 3-jährigen Töchterchen schon seit vielen Jahren auf dem Boot. Er hat es selber ausgebaut und kennt die ganze Küste Brasiliens rauf und runter. Die folgenden Tage gibt er uns viele Tipps zu Häfen und Ankerbuchten und zeigt uns auch Youtube-Filme die er gedreht hat, zT mit einer Drohne, oder auch einer Unterwasserkamera.

 

Auf dem Gelände des Cabanga Hafens befindet sich auch eine Werft mit Sliprampe. Dani hat einen Arbeiter gefunden, der das verbogene Stahlteil vom Ankergeschirr wieder richtet. Der Anker selber blieb bei der Aktion in Noronha unbeschadet.

Des Weitern mussten wir ein Toplicht suchen, dh eigentlich nur das Lampengehäuse. Dani sah während dem Segeln etwas ins Wasser fallen und vermutete eines der Lichter! Im ruhigen Hafen zog er mich hoch, um die Situation zu fotografieren.

 

Die Sekretärin vom Hafenbüro druckte uns einen Situationsplan aus, wo sich Shipshop und Supermarket befinden. Wir befanden uns quasi in der Ecke eines Autobahnkreuzes und dass die nächstgelegene Brücke nur eine Fahrrichtung aufwies, erkannte ich vom Mast oben gut. Der Lebensmitteleinkauf hatte keine Priorität, da ich genügend Früchte in Noronha eingekauft hatte und zudem viele Haferflocken von Esther erhielt. (Die andern Mahlzeiten nehmen wir sowieso nicht auf dem Schiff ein)

Wir laufen zum Schiffsladen über die 1 km lange Brücke in Gegenfahrrichtung. Das muss ein eher neuerer Laden sein, die Gestelle waren fast leer, aber wir fanden ein neues Toplicht.

Was für ein Gegensatz zum vollgestellten Allerlei-Laden in Mindelo, wo wir einen Durchschlag von 10 mm brauchten um zwei Tenaxknöpfe der Sonnenpanelbefestigung zu verschieben… 

  

Gustavo und Paloma winkten

Abfahrt von Recife