Heimaturlaub und Piriapolis 3

So faul wie die Seelöwen auf dieser Arbeitsplattform waren wir nicht nach der Rückkehr von Iguacu, aber der Winter mit viel Regen und kalten Südwinden lockte uns nicht weit vom geheizten Boot.

Den Service der Hauptmaschine machte Dani selber, den vom Generator liessen wir von einem Mechaniker machen, nur um das kleine "Detail" mit den Flügeli kümmerten wir uns: 

Auf der Hand: Der Impeller von der Seewasserkühlung des Generators mit den zwei abgebrochenen "Flügeli".Er schöpfte so natürlich weniger Wasser und die Flügelchen spülte es vor den Wärmetauscher, der sich an der Unterseite des Motors befindet, wo Mann kaum hinkommt, weder mit Werkzeug noch Handy oder Spiegel (hinter der Haupt-maschine in einer Schale) und einen Plan/ Ansichtsfoto davon gibt es im Fischer-Panda-Handbuch auch nicht. Dani studierte alle Schläuche, erhielt technischen Support via Telefon aus Deutschland, löste die richtigen Anschlüsse und konnte die Flügeli vom Auspuff her zurückspülen. So müssen wir es in Zukunft auch machen, weil einen Flügelifänger, wie ihn neuere Generatoren haben, können wir bei diesen engen Platzverhältnissen nicht einbauen, resp. müsste ausserhalb der Isolationsbox sein.

Wen es interessiert, dem maile ich gerne die -mehrheitlich abgehakte- To-Do-Liste. 

 

Die meisten Restaurants und Hotels schliessen den ganzen Winter, einige öffnen nur am Wochenende, in der Hafenbar waren wir oft die einzigen Gäste.   

Aber samstags besuchten wir meistens den Markt, abends das Konzert im Restaurant Corniche und ich ging zweimal wöchentlich zu Thelma ins Yoga.  

Auswassern

Einen Termin zum Auswassern zu finden war nicht leicht: Uruguay hatte eine erfolgreiche Fussballmanschaft und das ganze Land fieberte bei der WM mit. ALLE schauten die Übertragungen und nachher rannten sie mit Fahnen auf die Strasse.

Eine Kranrevision stand auch an und der Chefe Walter konnte nicht sagen, wielange die dauern wird. Wir einigten uns darauf, vor dem Match gegen Frankreich und vor der Kranrevison MARAMALDA aus dem Wasser zu heben.  

Heimaturlaub

Die ganze Familie mit Partnern, Kind Moritz, Regula und Yvette haben uns am Flughafen willkommengeheissen. Sie mussten sich fast eine Stunde gedulden. Wir hatten viel zu Erzählen und zu Hören, haben in der Flughafenbar, beim Nachtessen in Augwil und am Brunch vom Sonntagmorgen uns auf den neuesten Stand gebracht. Moritz darf in der alten Gelte ein Badi nehmen und mit dem Wasser spielen. Er steht kurze Momente selber/frei und wagt ab und zu zwei bis drei Schritte.

Die zwei Monate vergingen wie im Flug mit Verwandte und Freunde treffen, Moritz hüten, 1. Geburi von Moritz und 80-ster von Hanni feiern, Höckfrauen einladen, Gartneren in Augwil und Holzen im Ferienhaus "Arche", Büro machen, Seven o Clock segeln, spanisch lernen, Geschwistertreffen in Betlis/Amden und dem Hochzeitsfest von Manu und Jessy in Morcote und Como.

Einwassern

Am Montag war noch Feiertag, jedenfalls für Staatsangestellte, und wir machten den letzten Anstrich. Am Di morgen haben die Arbeiter die Pfähle umplatziert, damit wir auch dort noch schleifen, grundieren und malen konnten. Am Mi hat Walter um 14 Uhr gefragt, wieso wir das Einwassern der Prefektura nicht gemeldet haben. Das Büro, resp die Frau, welche den Fax zum Hafen macht, geht um 14 Uhr nH. Schnell springe ich los, werde noch vom Tankwagenfahrer mit-genommen, aber es reicht nicht mehr, das Büro rechts in der Prefectura ist geschlossen. Dann probiere ich eben mein Glück am Bankautomaten… es gibt nur Dollars während der Banköffnungszeit von 13 -17 Uhr, und nur 200 U$ pro Karte und Tag, am Schalter gibt es gar keine mehr. Wir brauchen viel um das Hotel, die Farbe und Viktor der den Gori, die Propeller vom Sidepower und die Schutzstängeli mit Silikonfarbe behandelt hat, in bar bezahlen zu können. 

Am Do, den 18. Okt. war ich pünktlich um 9 Uhr bei der Prefektura. Die Dame fragte, wer technische Arbeiten gemacht hätte, wie zB den Propeller wieder montieren. Wenn das jemand ohne Autorisation gemacht hätte, würde das mich 225 US Dollar kosten! Schreck lass nach! Ich behauptete kühn, mein Mann sei Mechaniker und hätte das jetzt zum dritten Mal gemacht und besser als die Leute in der SWAN-Werft in Scarlino…ob das wirkte oder mein Entsetzen, jedenfalls musste ich nur den obligatorischen Obulus von ca. 14 Fr. bezahlen.   

Unsere Schiffsuhr hat irgendwann noch vor Uruguay den Geist aufgegeben. An der Batterie und den Kontakten lag es nicht, also brachten wir aus der Schweiz eine neue mit, bestellt bei HR Schweden, Made in Germany.

Aber schon nach kurzer Zeit lief sie auch nicht mehr und ich kaufte eine neue, gleiche Batterie, da wir vermuteten, dass die mitgelieferte eine alte war. Das Uhrwerk entwickelte aber innert kurzer Zeit eine enorme Hitze und erschrocken stellten wir fest, dass es nur eine 1.5 Volt bräuchte, aber eine 12 Volt starke war ab Werk eingesetzt!!!

 

Nirgends in Piriapolis fand ich eine Batterie mit 1.5 Volt in der passenden Grösse, somit hat Dani mit Käbeli und Kontakten aus dem Elektrikerkasten ein Providurium gebastelt.  

Das rote Wasser ist nichts unnatürliches, sondern stammt von einer roten Alge die manchmal angeschwemmt wird.

 

Unten: In der Hafenbar sind die Schweizer in Überzahl. Peter und Thomas brechen zu ihrer Südatlantiküberquerung auf, ein Trip von 5-6 Wochen nach Kapstadt