Cap Diego, Bahia Buen Suceso, Cap Buen Suceso, Bahia Espanol, Puerto Harberton, Ushuaia

Am 18. Jan., eine Stunde nach Hochwasser, grad mit dem ersten Tageslicht um 4:30 gehen wir Ankerauf. Seit Mitternacht stand sowieso ein unangenehmer Schwell in die Bucht, es lärmte in den Kästen und wir wollten den Ebbstrom nutzen. Wir konnten zuerst ein wenig segeln, der schwache Wind drehte dann von NW auf W als wir in die Le Marie-Strasse "einbogen" dh das Cap Diego in einem Abstand von 4 Seemeilen gerundet haben. Wir schätzten die von Süden anrollenden Wellen auf ca 3 m und nur selten gab es Brecher. Mit Fock und Motor hielten wir bald auf unseren nächsten Ankerplatz zu, die Bucht Buen Suceso, wo ein Marinestützpunkt unterhalten wird. Um 8 Uhr fiel schon wieder der Anker-

und wir bald danach schon wieder in die Betten... 

Um 3 Uhr morgens weckte uns das iPhone und 45 Min später waren die beiden Anker verstaut und das Vorsegel ausgerollt. Der West-Wind wehte uns im Morgengrauen in die Le Marie-Strasse hinaus, aus der geschützten Bucht Buen Suceso wo wir mithilfe des Ebbstroms um das südostliche Cap des Kontinents fahren wollen. Es hat den gleichen positiven Namen wie die Bucht, offenbar nach einem portugiesischen Schiff benannt. Wir bewunderten die wilde, grüne und bergige Küste, manchmal sahen wir schneebedeckte Gipfel, aber meistens waren dicke Wolken davor.

 

Die Wellen waren wieder ansehnlich (auch bergig),aber mit Fock und halbem Gross kamen wir schnell voran, jedenfalls bis zum Cap Buen Suceso. Dort mussten wir aufkreuzen und konnten kaum Höhe laufen, weil uns der starke Hornos- Strom ständig zurückdrückte. Einzelne Brecher spülten Tonnen von Wasser aufs Schiff und bis zu den Cockpitfenstern. Sie drückten den Bug weg und stoppten die ganze Fahrt.

Nach über drei Stunden Aufkreuzen für knapp 4 sm Luftdistanz waren die restlichen 20 sm der Südküste entlang und quer durch die Bahia Aguirre ein Kinderspiel und zurückblickend sieht das Cap Buen Suceso ganz harmlos aus. (rechtes Foto)

In Puerto Espanol, wo nur ein Bauernhof hinter dem Sandstrand steht, blieben wir zwei Tage. Es hatte oft Nieselregen und starken SSW- Wind. Ich genehmigte mir den dritten schwedischen Krimi seit MdP, machte Lebensmittelinventar (von den 90 Eiern von MdP haben wir 60 verputzt) und eine Einkaufsliste für in Ushuaia, Dani putzte das Log, malte das Rädchen frisch mit Unterwasserfarbe an und erledigte natürlich auch die obligaten Flickzapfen.  

Wir starteten in der Nacht bei Ebbe und es sollte lt. Prognose nur leichten Nordwind haben. Vorerst verdeckten dicke Wolken das Mondlicht, zeitweise Nieselregnete es und die Scheiben des Cockpits beschlugen sich wegen der Wärme unter der Kuchenbude resp. dem Temperaturunterschied zu draussen, wo es 10 Grad kalt war. Wir hatten dann SO- Wind und konnten nach dem Runden von Pta Kimaid, oder der Westecke von Bahia Aguirre, mit Vollzeug ein Stück westwärts segeln.

Ich ging für 2 Std. schlafen und als ich Dani kurz vor Tagesanbruch ablöste, behauptete er, dass der Mond nur als dünne Sichel im Westen zwischen den Wolken ab und zu sichtbar wird. Das ist ja unmöglich! Aber ich stellte staunend fest, dass bei aufklarendem Himmel die Mondsichel schnell grösser wurde. Das kann keine Wolke so machen, nur die Erde! Im Tagi lass ich später über die Mondfinsternis vom Montagmorgen den 21. Jan.

 

Später drehte der Wind auf N und dann aus verschiedenen NW-lichen Richtungen.  

Morgens passierten wir die erste chilenische Insel auf unserer linken Seite, backbords, sie heisst Isla Nueva und ist eine der drei umstrittenen Inseln wegen denen in den 70er Jahren zw. Argentinien und Chile fast ein Krieg ausgebrochen wäre.

Foto der kleinen Islas Becasses, im Hintergrund die Isla Navarino, alles chilenisches Land.

Puerto Harberton ist eine gut geschützte Bucht, wo 1886 die erste europäische Siedlung auf Feuerland entstand. Jetzt steht dort ein Museum und Besucher werden von Ushuaia mehrmals täglich auf Katamaranbooten oder Schlauchbooten mit Stoffverdeck hergefahren. 

 

 Um 4:30 Uhr starteten wir den Motor in Harberton. Grosse Büschel von Kelp hingen an beiden Ankern, zum Glück war es aber windstill, wir sind nicht abgetrieben während dem Freischneiden.

 

Wir nutzten den Ebbstrom, der die starke Ostströmung im engen Paso Mackinley etwas abschwächen sollte. Manchmal sahen wir deutliche Wasserwirbel, konnten aber mit unserem starken Motor und zeitweise beiden Segeln diese schwierige Passage problemlos bewältigen.  Obwohl der Wind sehr böig war und 4-5 Bft stark, zeitweise in sehr spitzem Winkel von vorne bliess, wollten wir es durchziehen bis Ushuaia. Am Funk hörten wir, wie sich Helen von der DADATUX bei der Prefektura abmeldete um nach Puerto Williams zu segeln. Mit dem Fernglas konnten wir sie ausmachen beim Setzen der Segel und wir kreuzten dann einander recht nahe.