Golfo de Penas bis Chacobuco

Für die Überquerung des 60 sm breiten Golfes und den weiteren 100 sm mit respektvollem Abstand zur rauen Küste der Halbinsel Taitao, brauchten wir etwas mehr als einen Tag (28 Std.) Mit Wellen muss immer gerechnet werden, da von 2-3000m Tiefe der Grund ansteigt auf 50-80m fast bis zur Mitte des Golfes. Die lange, hohe Dünung kam von SW, aber recht unregelmässig, darüber eine Kreuzsee aus Süd bis West. Ideal um Seekrank zu werden, weil auch ein gewisser Schlafmangel bei diesem Gewell unweigerlich einsteht. (der Körper schüttet Histamin aus, und braucht zum Abbau Vitamin C und Schlaf)

 

Spektakulär waren die sternenklare Nacht und die Landannäherung in die Bahia Ana Pink, wo links und rechts die anrollende Dünung riesige Wasser- Fontänen an die Felsen warf. (Leider zu weit weg, um Euch das  ohne Zoomobjektiv zeigen zu können)

Den Motor benötigten wir nur zu Beginn und zum Schluss, Wind hatten wir statt den angesagten 5-10 kn immer über 15 kn, meistens 18-20-, vor der Bahia Anna Pink gar 25 kn.

 

Am Di- Mittag erreichten wir die lange, tiefe Bucht Canaveral, wo wir frei schwoiend den Anker setzten. Rundum hatte es viele Wasservögel und diesen Habicht konnten wir fotografieren, weil er genug nah und ruhig sass.

 

 

Beim Verlassen der Bucht am andern Tag, sahen wir viele grosse Schwärme von roten Tierchen, wie Kaulquappen, kaum grösser als 1 cm, nahe an der Wasseroberfläche Kreise schwimmend.

 

Uns fällt auch eine neue Kelpsorte auf: lange flache "Nudeln" an einem Zentrum zusammengewachsen.

 

In östlicher Richtung fuhren wir tiefer in die Inselwelt und auf dem Kanal Pulluche zur Caleta Jaqueline. Hier benutzten wir ausgelegte Festmacher/Landleinen und warteten wegen dem Nord-Wind und Regen zwei Tage. 

Von diesem Wasserfall holte ich frisches Wasser bevor der viele Regen diese Aktion verunmöglicht hat. Es entstand ein reissender Fluss!

Als ein Fischerboot in unserer Nähe ankerte ruderte ich mit dem Dingi hinüber und fragte, ob ich einen der schön präparierten Fische gegen eine Flasche Wein eintauschen dürfe. Der Boss wollte mir einen ganzen Bündel Fische geben und lehnte den Wein strickte ab. Ein Fisch reichte uns und ich bereitete ihn als Forelle blau zu… war seehr lecker! 

Am Sa 30. 3. konnten wir weiterfahren in nördlicher Richtung den Kanal Errazuriz hoch und in den Seno Aysén einbiegen, wo wir im mittleren der drei Becken des Estero Sangro- in der Caleta Santiago- ankerten.

 

Unterwegs stellten wir fest, dass wir uns Siedlungen nähern: es gab mehr Boote, viele Funkgespräche und an den Küsten die "Salmonerias". Auf einem Floss schwimmt ein Haus, oft zweistöckig, es hat grosse Bojen, Schwimmstege und Netze über den Fischbecken. Eine wachsende Protestbewegung wehrt sich gegen diese Fischfabriken, die eine grosse Wasserverunreinigung herbeiführen. Sichtbaren Müll sehen wir nicht, höchstens am Ufer mal eine abgetriebene Boje.

Am So konnten wir mal den NW- Wind nutzen und mit der Fock im Seno Aysén, der in SO-Richtung verläuft, vor dem Wind kreuzen. Wir ankerten in der Bahia Chacobuco um am nächsten Tag in die Baja Enseada zu verholen. Dazu mussten wir den optimalen Zeitpunkt (2  Std. vor HW) ermitteln um unbeschadet über die Flachstellen der Einfahrt zu gelangen. 

Diese Bucht ist auch sehr weit, aber viel flacher als nebenan und der Ankerplatz liegt näher zur Strasse. Die grosse weisse Boje mit dem aufgemalten Segelschiff hielten wir nicht für vertrauenswürdig. Die Verankerung bestand unseren "Stresstest" nicht obwohl Alejandro, der sie netterweise zur Verfügung stellt, versicherte, dass der 50 kg Anker sturmsicher sei. 

Nach dem obligatorischen Besuch der Armada fuhren wir mit einem Minibus nach Aysén. Wir hatten in einer grossen Tasche unsere schmutzige Wäsche dabei und der Fahrer liess uns direkt vor dem Waschsalon aussteigen. Den dringend nötigen Haarschnitt machte mir ein ausgewanderter Brasilianer in einem Coiffeursalon an der Hauptstrasse. Einen Entel-Shop fanden wir auch, dort liessen wir am chilenische Natel neue Megabits (1048) aktivieren um auf dem Schiff Internet zu haben. Beim Mittagessen im Restaurant gab es kein WiFi. Zum Schluss deckten wir uns noch mit Frischwaren ein und suchten dann die Haltestelle um wieder nach Chacobuco zurückzufahren zur Ensenada Baja. Wir konnten das Dingi bei den Wracks am kleinen Strand lassen und Alejandro füllte uns noch die leeren Wasserflaschen in seiner Küche, bevor er uns half das Böötli zurück ins Wasser zu tragen. 

Am nächsten Tag windete und regnete es ununterbrochen. Wir verbrauchten das Giga im Nu und liessen ein grösseres Paket beim folgenden Stadtbesuch einlösen/aktivieren. Da kauften wir auch Busbillette (ca. 3.60 CFR/Pers) für die einstündige Fahrt zur Stadt Coyhaique. Zum Glück regnete es bis zum Abend nicht, so konnten wir die Berg- und Fluss- Landschaft geniessen. Coyhaique ist eine stark wachsende Industrie- und Tourismusstadt, die uns etwas an Ushuaia erinnerte. Wir wollten nur zur argentinischen Grenze um mit einem neuen Passtempel den Aufenthalt in Chile zu verlängern. Da kein Bus diesen Service anbot, fragten wir einen Taxifahrer und vereinbarten einen fairen Preis. Kurz nach der Stadt war die Strasse nur eine Schotterpiste und ohne Gegenverkehr fuhren wir über eine baumlose, hügelige Hochlandschaft. Nach der chilenischen Grenze bei Coyhaique Alto fuhren wir ca 10 km durch eingezäuntes Niemandsland zum argentienischen Grenzposten. 

 

Gute drei Stunden später waren wir zurück in Coyhaique, kauften das Bus- Retourbillet und assen ein spätes Mittagessen. Während der Rückfahrt regnete es wie aus Kübeln, aber in Chacobuco gelangten wir trocken zur MARAMALDA zurück.