Chacobuco bis Puerto Melinka

Am Sa 6.4. meldeten wir uns bei der Armada ab, um am So mittag loszufahren. Der Beamte machte uns auf die Zeitumstellung zur Winterzeit aufmerksam. Somit haben wir UTC +4h und zur Sommerzeit in der Schweiz +6h.

 

Bei Nieselregen gingen wir Ankerauf und zur richtigen Zeit aus der Bucht (2 Std vor HW). Der später einsetzende Ebbstrom schob uns mit 1 kn zur nächsten Ankerbucht, die Caleta Gato, eine tiefe, hübsche Bucht mit hohen, dichten Bäumen rundum, vielen Vögeln und Wasserfällen.

Am nächsten Tag wollten wir nach Puerto Aguirre, hatten aber 2 Std nach dem Losfahren plötzlich 20 kn Wind von vorn, der auch in der Wetterprognose nicht vorgesehen war. Statt noch 8 sm gegenanzufahren, Raum zum Aufkreuzen hatten wir nicht, entschlossen wir uns in Puerto Nuevo einen Zwischenhalt einzulegen, um gleichentags Weiterzufahren, wenn der Wind nachgelassen hätte. Er liess aber nicht nach, sondern blies bis am Di Mittag.

Trotz Gegenstrom machten wir am Nachmittag die 7 sm in knapp 2 Std. bis Puerto Aguirre

 

Seit Mar del Plata hatten wir keinen Schwimmsteg mehr zum Festmachen. Heiro erwartete uns, weil er den Funkspruch hörte. Er hiess uns in der "Marina Austral" von Puerto Aguirre willkommen und lud uns ein, WiFi, Küche und Gästebad in seiner modernen Wohnung zu benützen. Der kleine, starke Steg wurde vor zwei Jahren errichtet, die Italiener mit STRANIZZA, von denen wir Vergrösserungskopieen der chilenischen Karten haben, waren die ersten Gäste.

In Aguirre gab es Frischwaren, weil das Versorgungsschiff gestern (Mo) da war. Wir spazierten durch den Ort und liessen uns wieder einmal in einem Restaurant verwöhnen. 

Weil Südwind angesagt wurde, verliessen wir den gastfreundschaftlichen Ort schon am nächsten Tag und überquerten am Ende des Kanals Ferronave den breiten Moraleda unter Segel in nur 40 Min. Nach einem guten Stück im Kanal Pérez (Gegenstrom von 2.5 kn) suchten wir die nächste schöne Bucht auf (Estero Arboles Espectales). 

Anderntags begegneten wir einer Seelöwenkolonie, welche einen Felsen der Isla Blanca komplet belegten. Beim Refugio der Insel Jechica nahmen wir eine Boje und ich ruderte mit dem Dingi zum Steg und den leerstehenden  Sommer-häuser. 

 

 

(Cabanas s. unten)

Die zwei folgenden Tage hatten wir starken NW- Wind mit Böen bis zu 30 kn, was bedeutete: abwarten, Tee trinken und lesen.

Am Sonntag konnten wir dank Westwind ein paar Meilen segeln und ankerten dann vor Melinka in der Nähe des Armada-Steges. Am Montagmorgen erkundeten wir den Ort, suchten erfolglos eine Lachsräucherei und ein geöffnetes Restaurant. Das chilenische Entel-Natel hat uns ein Postbeamter netterweise aufgeladen und mit zwei gefüllten Lebensmitteltaschen kehrten wir zum Dingi zurück.